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Frankenlied

Melodie: Valentin Eduard Becker, 1870

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  1. Wohlauf, die Luft geht frisch und rein,
    Wer lange sitzt muß rosten.
    Den allersonnigsten Sonnenschein
    Läßt uns der Himmel kosten.
    Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid
    Der fahrenden Scholaren,
    Ich will zu guter Sommerszeit
    Ins Land der Franken fahren!
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Ins Land der Franken fahren!

  2. Der Wald steht grün, die Jagd geht gut,
    Schwer ist das Korn geraten;
    Sie können auf des Maines Flut
    Die Schiffe kaum verladen.
    Bald hebt sich auch das Herbsten an,
    Die Kelter harrt des Weines;
    Der Winzer Schutzherr Kilian
    Beschert uns etwas Feines.
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Beschert uns etwas Feines.

  3. Wallfahrer ziehen durch das Tal
    Mit fliegenden Standarten,
    Hell grüßt ihr doppelter Choral
    Den weiten Sonnengarten.
    Wie gerne wär ich mitgewallt,
    Ihr Pfarr' wollt mich nicht haben.
    So muß ich seitwärts durch den Wald
    Als räudig Schäflein traben.
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Als räudig Schäflein traben.

  4. Zum heilgen Veit vom Staffelstein
    Komm ich emporgestiegen
    Und seh die Lande um den Main
    Zu meinen Füßen liegen:
    Von Bamberg bis zum Grabfeldgau
    Umrahmen Berg und Hügel
    Die breite, stromdurchglänzte Au.
    Ich wollt, mir wüchsen Flügel!
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Ich wollt, mir wüchsen Flügel!

  5. Einsiedelmann ist nicht zu Haus,
    Dieweil es Zeit zu mähen;
    Ich seh ihn an der Halde drauß'
    Bei einer Schnitt'rin stehen.
    Verfahrener Schüler Stoßgebet
    Heißt: Herr, gib uns zu trinken!
    Doch wer bei schöner Schnitt'rin steht,
    Dem mag man lange winken
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Dem mag man lange winken.

  6. Einsiedel, das war mißgetan,
    Daß du dich hubst von hinnen!
    Es liegt, ich seh's dem Keller an,
    Ein guter Jahrgang drinnen.
    Hoiho! die Pforten brech ich ein
    Und trinke, was ich finde.
    Du heilger Veit vom Staffelstein
    Verzeih mir Durst und Sünde!
    Valleri, vallera, valleri, vallera,
    Verzeih mir Durst und Sünde!

Josef Viktor Scheffel, vor 1859

 

 

 

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